- Was ist der Product Carbon Footprint (PCF)?
- Was sind Treibhausgases (THG)?
- Was ist die Lebenszyklusanalyse (LCA)?
- Worin besteht der Unterschied zwischen Unternehmensstandards und Product Carbon Footprint-Standards?
- Worin besteht der Zusammenhang zwischen Unternehmensstandards und Product Carbon Footprint-Standards?
- Was sind PEF und PEF CR-Methoden?
- Was sind EPD und PCR?
- Welche Datenbanken können für die PCF-Berechnung genutzt werden?
- Welche bestehenden Scope 3-Bilanzierungsmethoden gibt es?
Was ist der Product Carbon Footprint (PCF)?
Product Carbon Footprint (PCF) ist eine Methodik zur Berechnung der Treibhausgasemissionen von Produkten und Dienstleistungen entlang ihrer Wertschöpfungskette, einschließlich Materialbeschaffung, Vorverarbeitung, Produktion, Vertrieb, Lagerung, Nutzung und Ende des Lebenszyklus.
Was ist CBAM?
Das CO₂-Grenzausgleichssystem (CBAM) ist das Instrument der EU, um den bei der Herstellung kohlenstoff-intensiver Güter, die in die EU gelangen, ausgestoßenen Kohlenstoff zu bepreisen und eine sauberere Industrieproduktion in Drittländern zu fördern.
Die EU-Importeure melden die Emissionen, die in ihre Einfuhren eingebettet sind, und reichen jährlich die entsprechende Anzahl von Zertifikaten ein. Dazu müssen die EU-Importeure bestimmte CO₂-Emissionsdaten von Geschäftspartnern aus Ländern außerhalb der EU erheben. EcoVadis unterstützt den CBAM-Datenaustausch und alle Kund*innen von dem Carbon Action Manager können CBAM-Daten direkt von ihren Geschäftspartnern auf unserer Plattform anfordern.
Das CBAM-System wird mit seiner finanziellen Verpflichtung in seiner endgültigen Regelung ab 2026 gelten, während die Übergangsphase von 2023 bis 2025 dauert und Verpflichtungen zur Berichterstattung für die EU-Exporteure und Importeure auferlegt.
Weitere Informationen zur Anforderung von CBAM-Daten finden Sie im Abschnitt „Carbon Product Data von meinen Geschäftspartnern anfordern“.
Weitere Informationen zum CBAM finden Sie auf der offiziellen Website der EU: https://taxation-customs.ec.europa.eu/carbon-border-adjustment-mechanism_de
Wenn Sie mehr über CBAM erfahren möchten, besuchen Sie die EcoVadis Academy, um den Kurs zu absolvieren: Die EcoVadis-Funktion des CO₂-Grenzausgleichssystems.
Was sind Treibhausgases (THG)?
Ein Treibhausgas ist jedes Gas, das die Eigenschaft hat, die Infrarotstrahlung (Netto- Wärmeenergie), die von der Erdoberfläche emittiert wird, zu absorbieren und an die Erdoberfläche zurückzustrahlen, was zum Treibhauseffekt beiträgt. Kohlendioxid, Methan und Wasserdampf sind die gängigsten Treibhausgase.
Was ist die Lebenszyklusanalyse (LCA)?
Die Lebenszyklusanalyse (LCA) ist die systematische Analyse der potenziellen Umweltauswirkungen von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen während ihres gesamten Lebenszyklus. Während PCF nur die Treibhausgase (THG) berücksichtigt, berücksichtigen LCA-Studien auch andere Auswirkungskategorien wie die Erschöpfung fossiler Ressourcen oder Wasserknappheit.
Worin besteht der Unterschied zwischen Unternehmensstandards und Product Carbon Footprint-Standards?
Der Unternehmensstandard ermöglicht es einem Unternehmen, die größten THG-Auswirkungen und Reduktionsmöglichkeiten über die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens zu bewerten und zu ermitteln. Der Produktstandard ermöglicht es einem Unternehmen, einzelne Produkte mit dem größten Reduktionspotenzial zu untersuchen.
Worin besteht der Zusammenhang zwischen Unternehmensstandards und Product Carbon Footprint-Standards?
Obwohl jeder Standard unabhängig vom anderen implementiert werden kann, können sich beide Standards ergänzen:
- Wenden Sie den Unternehmensstandard (Scope 3) an, um Produkte zu identifizieren, die die signifikantesten Emissionen aufweisen. Nutzen Sie dann den Produktstandard, um Möglichkeiten zur Emissionsminderung im Lebenszyklus der ausgewählten Produkte zu identifizieren.
- Nutzen Sie THG-Daten auf Produktebene basierend auf dem Produktstandard als Datenquelle, um Scope 3-Emissionen im Zusammenhang mit ausgewählten Produkttypen zu berechnen.
Die Summe der Lebenszyklusemissionen jedes Produkts, kombiniert mit zusätzlichen Scope 3-Kategorien (z. B. Pendeln der Mitarbeiter*innen, Dienstreisen und Investitionen), sollte eine Annäherung an die gesamten THG-Emissionen des Unternehmens liefern (d. h. Scope 1 + Scope 2 + Scope 3).
Was sind PEF und PEF CR-Methoden?
Umweltfußabdruck von Produkten (PEF): Die PEF-Methode der Europäischen Kommission soll Unternehmen dabei helfen, fundierte Aussagen über die Auswirkungen ihrer Produkte zu machen, die Kosten für die Bewertung senken und Produktvergleiche verbessern. Sie basiert auf der Lebenszyklusanalyse (LCA).
PEF-Kategorieregeln (PEF CR): Die Europäische Kommission hat auch Anweisungen zur Erstellung von PEF CR erstellt. Das Regelwerk beschreibt, wie der Umweltfußabdruck einer bestimmten Produktgruppe zu berechnen ist (in der Regel sind sie sektorspezifisch). Die daraus resultierenden Regeln gelten für den gesamten EU-Markt.
Was sind EPD und PCR?
Umweltproduktdeklaration (EPD): Umweltdeklarationen (bekannt als EPDs) liefern quantifizierte und unabhängig verifizierte Umweltinformationen über den Lebenszyklus von Waren oder Dienstleistungen. EPDs basieren methodisch auf der Lebenszyklusanalyse (LCA), die durch ISO 14040-44 standardisiert ist und nach einer Reihe von vordefinierten Produktkategorieregeln (PCR) entwickelt wird.
Produktkategorieregeln (PCR): Eine Reihe von Regeln, Anforderungen und Leitlinien für die Entwicklung von Umweltproduktdeklarationen (EPD) für eine oder mehrere Produktkategorien.
Welche Datenbanken können für die PCF-Berechnung genutzt werden?
Die für die PCF-Berechnungen erforderlichen Emissionsfaktoren sind in verschiedenen Datenbanken zu finden.
- Die am öftesten genutzte Datenbank ist Ecoinvent, ein umfangreiches Datenarchiv, das eine Vielzahl von Sektoren auf globaler und regionaler Ebene abdeckt.
- Andere sektorspezifische Datenbanken sind: Agri-footprint, Plastics Europe, Defra, EPD (EPD-Definition).
- Sehen Sie hier weitere vom GHG-Protocol empfohlene Datenbanken.
Welche bestehenden Scope 3-Bilanzierungsmethoden gibt es?
Das GHG Protocol hat 3 Methoden definiert, die zur Berechnung von Scope 3-Emissionen genutzt werden können. Diese Methoden werden nach ihrer Genauigkeit und dem Bedarf an Ressourcen (in Form von Zeit und Aufwand) klassifiziert:
- Ausgabenbasierte Methode: Scope 3 wird berechnet, indem die Ausgaben mit einem Umsatzintensitätsfaktor multipliziert werden, der die Scope 1- und 2-Emissionen pro Dollar Umsatz für eine Aktivität oder einen Sektor darstellt. Diese Methode hat eine geringe Ressourcengranularität und einen geringen Ressourcenbedarf.
- Durchschnittsdatenmethode: Diese Methode kombiniert physische Kennzahlen (Primär-Aktivitätsdaten zu Materialgewicht, Kraftstoffverbrauch oder zurückgelegten Entfernungen) mit Sekundärdaten aus Lebenszyklusinventar-Datenbanken.
- Lieferantenspezifische Primärdatenmethode: Diese Methode kombiniert Primär-Aktivitätsdaten des Unternehmens mit Primärdaten der Lieferanten. Dies ist die genaueste Methode, hat aber auch den höchsten Ressourcenbedarf.
Abbildung. Bestehende Methoden zur Berechnung von Scope 3-Emissionen.
Quelle: GHG Protocol
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